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Vereinfachte
Methode (basierend of einer Idee von E.S. King)
Die
präzise Ausrichtung erfordert einiges an Vorwissen und
detaillierte Kenntnis der einzelnen Arbeitsschritte. Damit man
aber schnell die Vorteile erkennen kann, sei zuerst ein visuelles
Vorgehen vorgestellt, welches zwar nicht die genauesten Resultate
liefert, aber die prinzipiellen Punkte hervorhebt.
Ungefähre
Nivellierung des Stativs. Es reicht vollständig die
Nivellierung mit Sorgfalt von Auge zu prüfen.
Grobe
Ausrichtung mit Hilfe eines Polsuchers. Kann kein Polsucher an
der Montierung angebracht werden, dann verwendet man das
eigentliche
Teleskop in dieser Art.
Kalibration
des Messfelds des Okulars. In der einfachsten Form sollte dies
ein Fadenkreuzokular sein besser ist ein Fadenkreuz mit einer
Unterteilung oder eines mit einem Gittermessfeld.
Man bestimmt den Durchmesser des Gesichtsfelds de
in Bogensekunden mit der vereinfachten Gleichung

mit
einem Stern in der Nähe (
< ±10o) des Himmelsäquators. Der
Gesichtsfelddurchmesser sollte nicht mehr als etwa 300...400 ''
betragen. Ist eine Teilung vorhanden, dann dividiert man den
Durchmesser durch die Anzahl Einheiten und bekommt so die Länge
pro Einheit.
Zentrieren
des Sterns Polaris auf dem Fadenkreuz bei eingeschalteter
Nachführung.
Das
Fadenkreuz wird von Auge parallel zum Horizont ausgerichtet.
Verwendet
man ein Zenitprisma, dann muss der umgelenkte Strahl senkrecht
auf dem Horizont stehen. Beides prüft man von Auge.
Nach
einem eventuellen erneuten Zentrieren des Polaris lässt man
das Teleskop 1371 Sekunden oder ca. 23 Minuten ungestört
nachführen.
Nun
schätzt man den Weg l in Bogensekunden, welcher
Polaris in diesen 23 Minuten zurücklegte und berechnet mit
der Gleichung

die
Poldistanz der Stundenachse. Damit hat man bereits eine gute
Vorstellung wie es um die Genauigkeit der Ausrichtung steht.
Dieser Wert ist trotz aller Vereinfachung im Rahmen der Schätzung
exakt.
Nun
fertigt man eine massstäbliche Skizze des Messfelds und der
beobachteten Situation im Okular an. Dreht man das Diagramm um
90o im Uhrzeigersinn, dann bekommt man direkt die
Richtung, in welcher das Nordende der Stundenachse verschoben
werden muss. Dabei entspricht die neue horizontale Richtung der
Korrektur in Azimut und der dazu senkrechten der Elevation.
Verwendet
man ein Zenitprisma, dann muss das Diagramm zuerst an der
Senkrechten, welche durch das Zentrum verläuft, gespiegelt
und dann wie eben beschrieben um 90o im Uhrzeigersinn
gedreht werden.
Fällt
man das Lot am Endpunkt auf die beiden Achsen des Fadenkreuzes,
und multipliziert diese Werte ebenfalls mit dem Faktor 10, dann
weiss man um wieviel Bogensekunden die Stundenachse parallel und
senkrecht zum Horizont bewegt werden muss.
Zentriert
man nun Polaris erneut und bewegt die Stundenachse um die vorher
bestimmten Beträge in diesen Richtungen, dann gelangt man
schliesslich zum refraktiven Pol.
Kontrolle
der Einstellung durch erneutes Abarbeiten der Punkte 1
bis
7.
Fällt im Schritt 7
die
Spurlänge und damit der Polabstand geringer aus, dann hat
man die grundlegenden Vorgänge erarbeitet. Trifft dies nicht
zu, dann prüft man die Punkte 3
und
8.
Hat
man keinen Polsucher zur Hand, dann ist die grobe Ausrichtung im
Schritt 2
der
schwierigste Teil. Es sei nochmals hervorgehoben, dass dieses
Vorgehen keine exakte Ausrichtung der Stundenachse erlaubt und es
nur wichtig ist, dass die Poldistanz verringert wurde.
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