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Einführung in die Simulation Die durch die Refraktion hervorgerufenen Effekte sind im Prinzip nicht schwer zu beobachten. Um die einzelnen Effekte aber getrennt beschreiben zu können, entwickelten wir ein Simulationsprogramm, welches die Atmosphäre und die Aufstellung des Teleskop berücksichtigt. Keinen Eingang in die Simulation haben die Extinktion, die spektrale Absorption der Atmosphäre und die spezifischen Defekte gefunden, welche auf eine unzulängliche Optik, durchhängende Teleskoptuben und dergleichen mehr, beruhen. |
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Abbildung 1.1: |
Intensitätsverteilung
eines Beugungsbilds bei
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Abbildung 1.2: |
Schwarzkörperstrahlung der Temperatur T = 5500K, was einem Stern der Spektralklasse G entspricht. Die ausgezogene Kurve ist ein Fit mit dem Resultat T = 5498 ± 2K. |
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Die
Simulation besteht aus drei Schritten: Der erste Generator
produziert die Wellenlängenverteilung, welche einem schwarzen
Körper mit der mittleren Temperatur der verschiedenen
Spektraltypen (O bis N) entspricht (Abb. 1.2).
Der zweite Generator produziert die Ortsverteilung, entsprechend
der Fraunhoferbeugung an einer runden Öffnung von D = 200 mm
bei einer Wellenlänge
Im
zweiten Schritt werden die wahren Koordinaten lokaler
Stundenwinkel
Im dritten Schritt werden die Wellenlängen nach RGB-Werte konvertiert und zusammen mit den Ortsinformationen in drei Histogramme abgefüllt. Die Effizienz dieses Detektors hängt nicht von der Wellenlänge ab und ist der Einfachheit halber 1, d.h. jedes Photon wird registriert. Schliesslich werden die drei Farbauszüge zu einem Bild zusammen gefasst. Als zusätzliche Komponente wurden Risley-Prismen in den virtuellen Strahlengang gebracht, wie es in [2] beschrieben wurde. Der Einfachheit halber wurde das System als Objektivprisma realisiert unter Verwendung realer Glasdaten (Schott F4 und SK10) gemäss dem Aufbau in [3]. Die
Luftunruhe, welche ein Thema für sich wäre, wurde durch
die Addition einer Grösse programmiert, welche eine
gaussförmige Verteilung besitzt. Die mittlere Abweichung
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Perfect images, without visible distortion and little agitated |
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Complete rings, crossed by moving rings |
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Medium turbulence, diffraction rings broken, central spot |
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Strong turbulence, rings weak or absent |
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Image tending towards a planetary appearance |
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Tabelle 1.1: |
Table
1.1 zitiert aus [1],
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Abbildung 1.3: |
Von
Links nach rechts: Beugungsbild eines Sternes der Spektralklasse
G,
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In der Abb. 1.9 sind simulierte Sterne der Spektralklassen O - N dargestellt, wie sie ohne Atmosphäre von einem idealen Teleskop abgebildet würden. Die absoluten Farbwerte sind nur bedingt richtig, da die Farbe eine Frage der Umrechnung der Wellenlängen in RGB-Werte und deren erneute Umsetzung im Druck oder auf dem Bildschirm ist. Klar erkennbar ist aber die relative Verschiebung der Intensitätsmaxima, d.h. der Farbe des Sterns, und die Verkleinerung des Radius des Beugungsbilds von rot (links oben) zu blau (rechts unten). Dies ist nur auf den ersten Blick verwunderlich, obwohl im weissen Licht beobachtet wurde. Die relativen Intensitäten der Schwarzkörperstrahlung bei verschiedenen Temperaturen zeigen, dass ein roter Riese (Abb. 1.6) fast nur rotes Licht emittiert, die heissen Sterne (Abb. 1.8) fast nur blaues. Die Sonne gehört in die Spektralklasse G (Abb. 1.2) und strahlt in allen Bereichen des Spektrum ähnlich viel ab. |
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Abbildung 1.4: |
Intensität
als Funktion des Radius und der Wellenlänge
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Abbildung 1.5: |
Intensitätsverteilung eines Beugungsbilds im weissen Licht der Spektralklasse N für eine Öffnung von 200 mm. |
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Abbildung 1.6: |
Schwarzkörperstrahlung der Spektralklasse N (rot). |
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Abbildung 1.7: |
Intensitätsverteilung eines Beugungsbilds im weissen Licht der Spektralklasse O für eine Öffnung von 200 mm. |
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Abbildung 1.8: |
Schwarzkörperstrahlung der Spektralklasse O (blau). |
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Beobachtet
man einen Stern ohne Filter, so enthält das ankommende Licht
ein Gemisch aus Photonen aller Wellenlängen. Das Beugungsbild
wird normalerweise durch die Intensitätsverteilung in
Funktion des Radius für eine feste Wellenlänge
dargestellt. In Abb. 1.4
sind
die Kurven für drei Wellenlängen abgebildet, wie dies
bereits in [5]
zu sehen war. Das Beugungsbild einer weissen Quelle ist eine
Überlagerung der Intensitätsfunktion bei allen
Wellenlängen und sieht deshalb ungewohnt aus (Abb. 1.5,
1.7
und
1.10).
Die farbigen Ränder des zentralen Scheibchens und des ersten
Ringes entstehen dadurch, dass das Auflösungsvermögen
mit abnehmender Wellenlänge kontinuierlich zunimmt. So fällt
das erste Minimum für
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Abbildung 1.9: |
Simulation von Sternen der Spektralklassen N (links oben) bis O (rechts unten) ohne Atmosphäre. Die Öffnung beträgt 200 mm. Länge des Balkens 2.5 '' . |
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Abbildung 1.10: |
Darstellung der farbigen Ringe, welche durch ein Gemisch aller Wellenlängen entstehen. Die Abbildung ist stark aufgehellt, sonst wie Abb. 1.9. |
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Die Simulationsergebnisse werden in zwei Modi dargestellt: der Direkt- und der Differenzmodus. Der direkte Modus stellt die Ergebnisse so dar, wie es eine Kamera aufnehmen würde. Die Empfindlichkeit, der Abbildungsmassstab und die Grösse des Detektors können an ein gegebenes Problem angepasst werden. In Abb. 1.11 sieht man neun auf einem regelmässigen Gitter angeordnete Sterne, deren durch die Refraktion hervorgerufene Spuren gut zu erkennen sind. Das Teleskop wurde strikt mit siderischer Geschwindigkeit und bei fester Deklination nachgeführt. Diese Bewegung entspricht der Bewegung des wahren Zentrums, welches von der Refraktion nicht verändert wird. Diese Art der Nachführung kommt in der Praxis der Astrofotografie nicht vor, da man im Allgemeinen die Sterne als Punkte und nicht als Spuren sehen möchte. Diese Darstellung ermöglicht es aber, die verschiedenen Effekte besser zu verstehen. Zu Beginn und am Ende dieser sechs stündigen Belichtung ist der Effekt am grössten, da die Sterne näher am Horizont sind. In der Mitte der Belichtung, d.h. wenn das Feld kulminiert, ist die Abweichung von der wahren Position am geringsten. Auch wenn diese Simulation mit sechs Stunden extrem lange belichtet wurde, bleiben die Spuren auch bei viel kürzeren Zeiten über der kritischen Länge von 1'' . Der
Differenzmodus ist nichts anderes als eine perfekte Nachführung
mit einem Leitstern. Deswegen können in dieser Darstellung
die Wege, welche die Sterne relativ zum Leitstern zurücklegen,
stark vergrössert werden. Damit kann man die Spuren der
Sterne z.B. in Abhängigkeit des Ortes relativ zum Zentrum
oder der Spektralklasse im Detail untersuchen. In Abb. 1.12
ist
dasselbe Sterngitter dargestellt, wie in der vorhergehenden
Abbildung, allerdings sind die Spuren um einen Faktor 480
vergrössert, wie das aus dem Massstab, welcher 2.5 ''
entspricht, ersichtlich ist. Diese Aufnahme ist bei der
Wellenlänge
Dieser Differenzenmodus eignet ebenfalls sich für den schnellen qualitativen Vergleich von Fotografien und simulierten Sternfeldern. Der direkte Modus erfordert für denselben Vergleich eine der Fotografie vergleichbare hohe Auflösung von ca. 4000 Pixel pro 36 mm, was ca. 300 MB Arbeitsspeicher erfordert. In beiden Modi ist es möglich das Beugungsbild (Abb. 1.9) oder nur einzelne Farben wie in Abb. 1.12 darzustellen. Die Dreifarbendarstellung im Differenzmodus ist für viele Probleme aussagekräftig genug und ist vor allem schnell zu berechnen. Die Normierung der Helligkeiten der Beugungsbilder wurde jeweils so gewählt, dass die subtilen Eigenschaften sichtbar bleiben, obwohl normalerweise die Sterne auf Fotografien oder CCD-Aufnahmen völlig ausgebrannt sind. |
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Abbildung 1.11: |
Direktmodus:
Beginn der Aufnahme bei
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Abbildung 1.12: |
Dreifarbendarstellung im Differenzmodus, diese Darstellung entspricht einer perfekten Nachführung. Länge des Balkens 2.5 '' , sonst wie Abb. 1.11. |
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Selbstverständlich
muss sich das simulierte Teleskop und der Detektor auch am
virtuellen Himmel bewähren. In Abb. 1.13
ist
die Region der beiden Doppelsternpaare
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Abbildung 1.13: |
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Abbildung 1.14: |
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Literaturverzeichnis[1] DRAGESCO, J.: High resolution astrophotography. Cambridge University Press, Cambridge, 1995. [2] EISENHAUER, F.: Auslegung und Bau einer benutzerorientierten Nahinfrarot-Kamera für astronomische Beobachtungen mit dem adaptiven Optik System ADONIS am 3,6 m Teleskop der ESO. Diplomarbeit, Technische Universiät München, Physik-Departement, 1995. [3] PRIEUR, J.-L.: Correction de la dispersion atmosphérique. http://webast.ast.obs-mip.fr/people/prieur/risley/index.html, Dez. 2001. [4] STRASBOURG CENTRE DE DONNÉES ASTRONOMIQUES DE. simbad.u-strasbg.fr, 2002. [5] WALLIS, B. D. und R. W. PROVIN: A manual of advanced celestial photography. Cambridge University Press, Cambridge, 1988. |
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Kommentare, Fragen, Korrekturen: markus.wildi@one-arcsec.org |
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